Dipl.Ing. Karl Lorenz

Oberbaurat geboren 1881 † 1947

Karl Lorenz, in Libejitz, Böhmen, geboren, trat nach dem Hochschulstudium 1905 in den Dienst der Österreichischen Bundesbahnen und übernahm 1924 die Führung der ÖBB-Betriebsfeuerwehr in Salzburg. Nach Stilllegung der Betriebsfeuerwehr im Jahr 1930 trat er in den Ruhestand und gleichzeitig in die FF Stadt Salzburg ein.

Bald gehört er zum engeren Berater- und Mitarbeiterkreis von LFI Oswald Prack, übernimmt 1929 die Leitung der neu eingeführten Maschinistenkurse und wird zum Obmann der Technisch-juridischen Kommission bestellt. 1930 volontiert er jeweils 14 Tage bei den Berufsfeuerwehren in Wien und Berlin. 1932 übt er kurzzeitig die Funktion des Kommandant-Stellvertreters der FF Stadt Salzburg aus.

Als illegales NSDAP-Mitglied wird Lorenz in der „Nacht des Umbruches“ (11. auf 12. März 1938) von Gauleiter Wintersteiger zum Landesfeuerwehrführer von Salzburg bestellt. Nach der Reorganisation des Feuerwehrwesens trägt diese Funktion den Namen „Bezirksführer der freiwilligen Feuerwehren“. Als solcher wird er trotz Überschreitung der gesetzlichen Altersgrenze am 9. Juni 1942 bestätigt und zum „feuerwehrtechnischen Aufsichtsbeamten bei der Behörde des Reichsstatthalters“ ernannt, sowie zum „Ehrenbeamten“ bestellt.

Eingliederung in die Polizei, Einführung der Löschgruppe 1:8, Vermehrung der tragbaren Motorspritzen, Anschaffung von wenigen genormten Einsatzfahrzeugen, kriegsbedingte Mannschaftsergänzungen mit Hitlerjungen und Frauen usw. fallen in die Amtszeit von Lorenz.

Gesundheitlich angeschlagen und müde vom Dauereinsatz durch die Kriegsereignisse ersucht Lorenz am 5. Dezember 1944 um seine Dienstenthebung. Am 17. Februar 1945 wird er von Gauleiter und Reichsstatthalter Scheel rückwirkend mit 1. Februar entlassen.