Die Anfänge
Spätmittelalter
Brand- und Naturkatastrophen
- 1312 Ausgedehnter Stadtbrand in Salzburg
- 1316 Schwere Überschwemmungen in Stadt und Land
- 1325 verheert ein Großbrand die Stadt Hallein
Eigenständiges Land Salzburg
1328 Aus dem geschlossenen Herrschaftsgebiet der Erzbischöfe entsteht das eigenständige Land Salzburg.
- 1339 brennt in Hofgastein der Untere Markt ab
Feuer als Waffe
- 1364 brennen im Zuge der Salzstreitigkeiten die Reichenhaller Grödig und St. Leonhard nieder
- Am 24. April 1365, dem Georgitag, wird halb Radstadt gegen Salzburg zu ein Raub der Flammen
- 1383 Stadtbrand in Salzburg
- Am 12. Mai 1417 wird ganz Radstadt samt Kirche vom Feuer vernichtet
- 1423 Brand des Klosters Nonnberg
16.-18. Jahrhundert
Im Zuge der Bauarbeiten auf der Festung Hohensalzburg unter Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach (1495-1519) wird der Trompeterturm erhöht und erhält einen besonderen Erker für die Feuerwache .
1517 Erste Erwähnung einer Feuerlöschpumpe – im „Baumeisterbuch“ des Augsburger Stadtkämmerers.
- 1520 durch Zigeuner verursachter Großbrand in Straßwalchen
- 1522 Werfen niedergebrannt
Feuerordnung für die Hauptstadt
Erzbischof Matthäus Lang erlässt im Jahr 1524 für die Stadt Salzburg eine umfangreiche Stadt- und Polizeiordnung. Darin ist auch die „Ordnung zum Schutz vor Feuer, ferner wie man sich verhalten soll, wenn ein Feuer oder ein anderer Auflauf in unserer Stadt entstehen sollte“, enthalten .
Diese umfangreiche Vorschrift enthält u. a. Anordnungen für den vorbeugenden Brandschutz, für die Beschaffenheit der Feuerstätten, eine Kehrordnung und regelt die Verpflichtungen, die vorgesehenen Tätigkeiten und die Verantwortlichkeiten bei einer Brandbekämpfung sowie die Strafsanktionen.
Auch in dieser Zeit gilt, dass, wenn ein Feuer ausbricht, der Betroffene dieses ausruft und nicht flüchtet, er die nächsten drei Tage den „landesherrlichen Schutz und Frieden“ genießt. Sonst droht ihm die Strafe an „Leib und Gut“.
1534 wird auf dem Wiener Stephansturm der Feuerwachdienst bzw. das Feuersignal durch Glockenschlag sowie die Richtungsangabe durch Ausstecken einer roten Fahne bei Tag und einer Laterne bei Nacht eingeführt.
- 1545 Großbrand in Straßwalchen (15 Häuser)
Im seit 1472 bestehenden Flachauer Hüttenwerk wird um das Jahr 1556 ein ständiger „Brandhüter“ angestellt. Um einen halben Gulden Wochenlohn muss dieser während der Nachtstunden die Schmelzhütte und die umgebenden Häuser ständig bewachen und kontrollieren. Zur Brandbekämpfung stehen eine Messingspritze (wahrscheinlich eine Handspritze, auch Stockspritze genannt), Wassereimer und verschiedene Werkzeuge bereit .
- 1572 Salzachhochwasser – in der Stadt Salzburg werden die Brücke und 13 Häuser weggerissen
- 1597 brennt der alte Chiemseehof nieder
- 1607 Halleiner Rathaus durch Brand zerstört
- Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erlebt Radstadt am 25. Oktober 1616 eine weitere Feuersbrunst, der 45 Häuser und die Kirche zum Opfer fallen .
Erzbischof Marcus Sitticus erlässt am 3. Jänner 1619 für die Hauptstadt Salzburg eine neue Feuerordnung.
- 1622 Großbrand in Taxenbach (Kirche und 16 Häuser)
- Ein riesiger Felssturz in der Salzburger Gstättengasse fordert am 16. Juli 1669 220 Menschenleben.
- 62 Antheringer ertrinken 1669 in der Stadt Salzburg nächst dem Michaelstor in der Salzach bei der Rückfahrt von einer Dürrnberger Wallfahrt
1677 Erste Schlauchspritzen, „Schlangensprützen“ genannt, in Deutschland (Hamburg).
In diesem Jahr brennt St. Michael im Lungau vollständig nieder.
Gewebte Hanfschläuche ohne Naht kommen ebenfalls zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Gebrauch – diese machen die Löschmannschaften beweglich und ermöglichen einen effizienteren Löschangriff.
1706 Marktbrand Rauris
Ab 1716 muss in Abtenau jeder neu aufgenommene Bürger einen „lidernen Ampper“ (lederner Löscheimer) beistellen.
- 1726 Großbrand in Mauterndorf
Tamsweg besitzt 1734 nur eine Kübel-Handspritze.
Florianibruderschaft –
erste „Freiwillige“
In Ebenau wird am 4. Mai 1734 die St. Florian Bruderschaft gegründet. Sie hatte die Bestätigung samt Ablassverleihungen von Papst Klemens XII. sowie Erzbischof Leopold Anton Freiherr v. Firmian erhalten.
Nach den Satzungen verpflichten sich die Mitglieder neben der frommen Betätigung unter Punkt 3) zur Hilfeleistung bei Feuer- und Wassergefahren, und unter 4) zum vorsichtigen Umgang mit Feuer und Licht sowie der öfteren Überlegung, was in Feuersnöten gleich zu tun sei
Das sofort mit der Gründung begonnene Einschreibbuch umfasst ein Jahr später bereits 550 Personen aus der gesamten Umgebung.
Mit päpstlicher Urkunde vom 10. Dezember 1734 und Empfangsbestätigung des fürsterzbischöflichen Konsistoriums vom 18. Dezember 1735 kommt eine Reliquie (Zahn) des hl. Florian nach Ebenau, die in einer Monstranz aufbewahrt wird
- Durch Blitzschlag geraten am 8. August 1738 in Viehhausen acht Bauernhöfe in Brand
- 1742 Großbrand in Tamsweg (44 Wohnhäuser und vier Ökonomiegebäude)
- 1746 Großbrand in Mittersill (39 Objekte)
- 1757 Großbrand in Oberndorf (101 Objekte)
- 1764 Zell am See fast völlig niedergebrannt
- 1768 Furchtbarer Bergsturz im lungauischen Lignitztal
- 1770 Großbrand in Steindorf (29 Objekte)
- 1774 Goldegg neuerlich gänzlich abgebrannt
- 1775 16 Tote in Bischofshofen durch Hochwasser des Gainfeldbaches
Trotz neuer für Radstadt im Jahr 1770 erlassener Feuerordnung wütet dort am 5. September 1781 wieder das Element und vernichtet die ganze Stadt samt Kirche (110 Objekte) mit Ausnahme des Kapuzinerklosters und des Hofkastens. Der Brand war im Kirchturm durch Unvorsichtigkeit entstanden.





