Erste Hälfte 19. Jahrhundert

Der Marktbrand von St. Johann, gezeichnet von Beda Weinmann, dem späteren Mitbegründer der FF Stadt Salzburg

1814 Großbrand in Straßwalchen (21 Häuser).Der große Stadtbrand in Salzburg zerstört am 30. April 1818 (Christi-Himmelfahrtstag) am rechten Salzachufer 93 Gebäude, darunter auch weitgehend Schloss Mirabell und die Sebastianskirche, Hab und Gut von 298 Familien bzw. 1154 Personen, und fordert zwölf Menschenleben.

Am 19. Februar 1837 entsteht in Adnet um ½8 Uhr Abends ein gefährliches Feuer, dem die Bewohner nichts entgegensetzen können. Zu Hilfe kommt als erste die Feuerspritze mit Arbeitern der Robert`schen Fabrik zu Hammer (Oberalm), gezogen von den Pferden des Fabriksdirektors J. Mitterbach, der auch die Brandbekämpfung leitet.

Dann kommen die Feuerspritzen der Stadt Hallein und k.k. Saline mit Schaffelwägen und vielen Helfern. Unter der Leitung von Pfleggerichtsbeamten gelingt ihnen die Rettung der Nachbarobjekte. Auch Bürger aus Golling und Kuchl machen sich mit den dortigen Feuerspritzen zum Brandort auf, kommen hier aber wegen Entlegenheit und tiefgefallenem Schnee erst um ½10 Uhr an.

Vom 18. bis zum 23. Juli 1841 wütet ein riesiger Waldbrand im Lungau. Von Ramingstein ausgehend, brennen die Wälder vier bis fünf Wegstunden bis nach St. Margarethen. Ramingstein wird fast völlig zerstört, auch die Burg Finstergrün, nur die Kirche bleibt unversehrt.

Begriff „Feuerwehr“

28. Februar 1847: das Hoftheater in Karlsruhe brennt lichterloh. 62 Menschen sterben und 200 werden verletzt. Erst das Eintreffen des im Vorjahr gegründeten und nach französischem Vorbild militärisch trainierten „Pompier-Corps“ aus dem zwölf Kilometer entfernten Durlach bringt die entscheidende Rettung. Ausgestattet ist dieses mit einer vom Heidelberger Carl Metz gelieferten abprotzbaren Stadtspritze auf einachsiger Lafette.

Der Einsatz der Durlacher unter „Pompier-Captain“ Christian Hengst verhilft mit diesem Leistungsbeweis dem System „Feuerwehr“ zum Durchbruch. Der Begriff „Feuerwehr“ ist erstmals in der Karlsruher Zeitung Nr. 318 vom 19. November 1847 nachweisbar. (Zum Unterschied zur Bürgerwehr als Organ der kommunalen Selbstverteidigung gegen die Angriffe äußerer Feinde, wird die Abwehr des Feuers vereinfacht mit „Feuerwehr“ ausgedrückt.)

Erste freiwillige Feuerwehr in der Monarchie

Nach einem Aufruf des Bürgermeisters gründet der Gemeinderat Vinzenz Fink die Feuerwehr Linz. Im Reglement vom 16. Februar 1851 ist festgelegt, dass der Beitritt freiwillig durch Anmeldung auf dem Gemeindeamt erfolgt. Nachdem nur 29 Linzer beitreten, werden in der Feuerordnung von 1851 neuerlich die Handwerker zum Löscheinsatz verpflichtet.

Die Freiwilligen finden keine Unterstützung in der Bevölkerung, statt sich weiter zu entwickeln schrumpft die Truppe bis zum Jahr 1861 auf zwölf Mann und muss 1866 neu gegründet werden.

Begriff „Feuerwehr“ in Salzburg

Die Feuerlöschordnung-Ordnung der Landeshauptstadt Salzburg, welche mit 1. Mai 1858 in Kraft tritt , bringt gegenüber der vorhergehenden (1820) wenig Änderungen. Allerdings findet sich unter den Bestimmungen zur Löschanstalt erstmals in einer Salzburger Vorschrift der Begriff „Feuerwehr“.

Im § 65 ist dieser angeführt: „Zum Vorbrechen und dem eigentlichen Rettungsdienste ist eine eigene Feuerwehr bestimmt. Dieselbe besteht aus 12 Maurer- und 24 Zimmergesellen, welche in Betreff ihrer Verwendung eigens organisirt und exerziert werden. Diese disziplinirte Mannschaft steht unter dem ausschließlichen Befehle der Lösch-Direktion und dem Leiter der städtischen Löschanstalten und hat daher auch nur deren Befehle in Vollzug zu setzen.“ Diese Mannschaft wird sogar aus dem Gemeindevermögen entlohnt.

In der Stadt, den Vorstädten und dem äußeren Stadtbezirk ist der Bürgermeister und dessen Stellvertreter Löschdirektor. Die technische Leitung aller Löschanstalten ist dem städtischen Bauinspektor übertragen. Im Landbezirk hat den Dienst der Löschdirektion das betreffende k.k. Bezirksamt zu übernehmen. Der Löschdirektor und der technische Leiter sowie deren Stellvertreter tragen zur Kennzeichnung ein weiße, alle anderen mit einer Leitung Beauftragten eine rote Kokarde auf dem Hut.

Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst sind alle Löschmaschinen einer öffentlichen Generalprobe zu unterziehen. Ebenso hat der Löschdirektor zweimal im Jahr alle zur Leitung und Aufsicht bestimmten Personen vorzuladen und ihnen nicht nur die Dienstinstruktionen vorzulesen, sondern auch über deren Ausübung zu belehren.

Nach elf Jahren getraut man sich an die Wiedergründung des Turnvereines zu denken. Am 10. August 1861 wird bei einer Feier von Jahns Geburtstag die zweite Gründung besprochen, am 30. August 1861 auf Anregung von Beda Weinmann ein Ausschuss gewählt, der die Satzungen ausarbeitet und einreicht.

Nach Erhalt der behördlichen Genehmigung vom 19. Oktober 1861 wird am 7. November 1861 die erste Hauptversammlung durchgeführt .
Weinmann will gleichzeitig eine freiwillige Feuerwehr gründen, scheitert aber mit dieser Idee .

Rund 600 Turner aus Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg kommen am 8. September 1862 zum Gründungsfest nach Krems. Die Delegierten aus den drei Kronländern, unter ihnen wieder die Salzburger Weinmann und Knocke, treten nicht nur zu deren ersten Turntag zusammen, sie sehen vielmehr auch eine Übungsdemonstration der im Vorjahr gegründeten Kremser Turnerfeuerwehr.

Jeder Turnverein sollte eine eigene Turnerfeuerwehr gründen, lautet einer der Anträge auf dem Turntag.
Das „Kremser Wochenblatt“ erwähnt 1862 neben dem Feuerwehrwahlspruch

„Einer für Alle, Alle für Einen"

einen weiteren, auf

„Gott zur Ehr,
dem Nächsten zur Wehr“

lautenden .

Julius Haagn, 1861 Gründungsmitglied des Salzburger Turnvereins und Befürworter der Feuerwehridee, scheint ab 1863 im Turnrat auf. Im Juli dieses Jahres unterschreiben 60 Turner eine Erklärung, der zu errichtenden Feuerwehr beizutreten .