Hilfspolizeitruppe im Dritten Reich

Hilfspolizeitruppe

Obwohl das Gesetz für Österreich noch nicht wirksam wird, erklärt Landesfeuerwehrführer Lorenz mit DB 16 am 12. Dezember 1938:
„Das neue Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23. 11. 1938 verfügt nunmehr die Eingliederung aller freiwilligen Feuerwehren in die Polizei und zwar als Hilfspolizeitruppe.“

Die Gruppe 1:8

Mit 1. Jänner 1939 ist die Ausbildung in der Löschgruppe 1:8 einzuführen (in einem totalitären Staat ist es einfach, auf dem Erlaßweg Neuerungen anzuordnen und mit Hilfe des Systems auch durchzusetzen). Grundlage ist die vom Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern (Heinrich Himmler) 1938 erlassene „Ausbildungsvorschrift für den Feuerwehrdienst (ABF)“.

1939 – 1945 Zweiter Weltkrieg

1. September 1939 – Einmarsch deutscher Truppen in Polen – Beginn des Zweiten Weltkrieges. Bald müssen viele Feuerwehrmänner zur Wehrmacht einrücken. Die Mannschaftsstände sinken.Bereits am 2. September ergeht der geheime Dienstbefehl Nr. 10. „Auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen muß die Einsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehren aller Gemeinden sichergestellt werden. ...

Es sind die bei den Feuerwehren vorhandenen Altersreserven sogleich wieder in Dienst zu stellen. ... Sollte jedoch der dadurch erreichte Mannschaftsstand nicht ausreichen, so ist die HJ (Hitler Jugend) zum Feuerwehrdienst heranzuziehen. ...

Ich erwarte von allen Feuerwehrkameraden, daß sie sich der Größe der jetzigen Zeit voll und ganz bewusst sind und jederzeit zum höchsten Einsatz für Führer, Volk und Vaterland bereitstehen“, heißt es darin.
Auf eine Anfrage bezüglich HJ heißt es, dass diese nicht als aktive Mitglieder Feuerwehr anzumelden, aber im Brandfall versichert seien.

Bild Nr. 15 aus der „Bilderserie der Deutschen Polizei“

Bomben auf Salzburg

Die Stadt Salzburg wird am 16. Oktober 1944 erstmals massiv bombardiert. Unter den zerstörten Gebäuden ist auch der Dom. Am 11., 17. und 22. November, 7., 17., 20., 28. und 29. Dezember gehen die Angriffe und Zerstörungen weiter, darunter wird am 11. November auch das Rettungsheim schwer beschädigt.

Alle Feuerwachen und Luftschutzeinheiten der Stadt stehen im Dauereinsatz. Zur Unterstützung werden Feuerwehren aus der engeren und weiteren Umgebung in die Stadt beordert.

Das Kriegsende am Florianitag

In Salzburg heulen die Sirenen am 4. Mai um 5.45 Uhr erneut auf. Es wird dies die letzte Warnung der schwer geprüften Bevölkerung und Einsatzkräfte. Es ist ein Panzeralarm und der Auftakt zum Einmarsch der Amerikaner, denen schließlich die Stadt kampflos übergeben wird. Der Florianitag des Jahres 1945 bringt das Kriegsende.
In die Gebirgstäler kommen die „Ami“, für die einen Besatzer und für die anderen Befreier, ein paar Tage später.

Das Chaos ist auch bei den Feuerwehren perfekt, Geräte gehen verloren, die Verbandsstruktur und viele Feuerwehren lösen sich praktisch auf.

Das Kaiviertel nach einem Bombardement und der zerstörte Dom nach dem Angriff vom 16. Oktober 1944 – Feuerwehrleute aus der Stadt und der Umgebung unterstützen die geplagte Bevölkerung in diesem Chaos mit Krampen und Schaufel bei der Suche nach Verletzten, Toten und Habseligkeiten.